Kein Stress wegen Tampon

So erlebte diese Frau den Tag an dem sie das erste Mal menstruierte:

Es war am Samstag, den 28.04.2007 und ich war damals gerade 13 Jahre alt. Mein Vater hatte sich spontan überlegt, meinen zwei Jahre jüngeren Bruder, den zwei Jahre älteren Nachbarsjungen und mich an diesem Nachmittag mit in ein Spaßbad zu nehmen. Die kleine Lisa in gemütlicher Männerrunde- na, das konnte ja heiter werden!
Wir rutschten und tobten stundenlang im Wasser, aßen eine Pommes und fingen wieder von vorne an. Als wir genug davon hatten und es auch schon spät war hieß es dann: duschen, umziehen, ab nach Hause!

Der Fleck in der Badehose

Sobald ich alleine in der Umkleidekabine stand und meine Bikinihose runterzog, sah ich den seltsam verfärben Fleck auf dem dunklen Stoff. Nichtsahnend patschte ich mit dem Finger rein und einen Moment später war mir alles klar. Hier stand ich nun, in der Umkleide, ohne Tampons oder Binden und ohne Mama, zu der ich sofort hätte rennen können. Was tun? Kurzerhand zog ich mich schnell an, rannte auf die Toilette im Schwimmbad und stopfte mir so viel Klopapier wie ich für sicher hielt in die Unterhose. So. Das müsste reichen für die Fahrt nach Hause. Während des gesamten Weges rutschte ich unruhig auf meinem Sitz hin und her und hoffte, dass nichts danebenging.

Hast du kein Tampon zuhause?

Sobald wir dann zuhause ankamen, sprang ich aus dem Wagen und stürzte ins Haus. Meine Mutter, die unser Auto schon gehört hatte, stand gerade im Flur. Ich umarmte sie und flüsterte ihr dabei ins Ohr, was passiert war. Sie lächelte mich an und zog mich sofort mit nach oben, um das Toilettenpapier in meiner Hose gegen etwas vernünftiges zu ersetzen.

„Hier hätte ich noch ein paar Binden und da in der Schublade müssten auch noch welche sein…“ Verwirrt unterbrach ich sie. „Hast du keine Tampons da?“ Verdutzt starrte meine Mutter mich an. „Ja, traust du dir das denn zu?“

Natürlich traute ich mir das zu! Mein pragmatisch denkendes, 13-jähriges Ich hatte schon im Aufklärungsunterricht den Stress um den Tampon nie verstanden. Schließlich war und ist es mein Körper, den ich da berühre, was daran ekelig oder schwierig sein sollte, war mir immer ein Rätsel gewesen.

Die Regelmäßigkeit meines Körpers

Ich weiß noch, wie ich während meiner ersten Periode nur dachte: Ohje, daran gewöhnst du dich nie! Dass sie sich über sieben Tage zog, machte diesen Gedanken nicht besser. Jedoch gewöhnte ich mich mit der Zeit schneller daran, als ich gedacht hätte, zumal mein Körper mich, was Regelmäßigkeit und Berechenbarkeit angeht, selten im Stich gelassen hat.

Inzwischen liebe ich meinen Zyklus dafür, dass ich auf plus minus einen Tag genau sagen kann, wann es wieder soweit ist und ich immer weiß, an welchen Tagen es auch mal schmerzhafter zugehen kann.

Mein Körper ist da sehr kooperativ and I’m proud of being a bloody woman;-)

vielen Dank an die erdbeerwoche für diesen Text!


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